Mythen der Tierernährung Teil 2: Getreide macht krank

Wenn es um Getreide in der Tierernährung geht, haben sich mittlerweile viel Missverständnisse gefestigt.

Getreide hat sich den Ruf erarbeitet, ein ungesundes Futtermittel zu sein, was nicht nur auf Gerüchte, sondern auch auf geschicktes Marketing zurückzuführen ist. Der Trend zu „getreidefreiem“ Futter hat sich als Qualitätsmerkmal etabliert, obwohl es dafür keine wissenschaftliche Grundlage gibt. In diesem Beitrag möchte ich die häufigsten Mythen über Getreide aufklären und die Fakten präsentieren.

Mythos 1: Getreide verursacht Allergien

Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass Getreide Allergien bei Hunden auslöst. Tatsächlich ist Getreide per se nicht allergener als andere Futtermittel. Die höhere Häufigkeit von Allergien gegen Getreide ist darauf zurückzuführen, dass es in den meisten kommerziellen Trockenfuttern und Leckerlis enthalten ist. Dadurch haben viele Hunde regelmäßig Kontakt zu Getreide, was die Wahrscheinlichkeit einer Allergie erhöht. Getreide allein ist also nicht der Auslöser für Allergien.

Mythos 2: Getreide verursacht Krebs

Ein weiterer Mythos ist, dass Getreide Krebs verursacht. Diese Annahme beruht auf einem Missverständnis. Während bei Krebserkrankungen eine kohlenhydratarme Ernährung empfohlen wird, bedeutet das nicht, dass eine getreidehaltige Ernährung Krebs begünstigt. Faktoren wie Umwelteinflüsse, genetische Veranlagung und eine ungesunde Lebensweise spielen eine viel größere Rolle. Getreide allein ist nicht der Übeltäter.

Mythos 3: Getreide ist nur ein billiger Füllstoff

Viele Menschen glauben, dass Getreide lediglich als billiger Füllstoff in Tierfutter dient. Diese Sichtweise ist jedoch nicht gerechtfertigt. Getreide ist ein wichtiger Energieträger und spielt eine entscheidende Rolle in der Herstellung von Trockenfutter. Das in Getreide enthaltene Klebereiweiß ist für die Struktur des Futters unerlässlich. Eine ausschließliche Fütterung mit Fleisch wäre nicht nur teuer, sondern auch nicht optimal für die Gesundheit vieler Hunde.

Die Verdaulichkeit von Getreide

Ein häufiges Missverständnis ist, dass Hunde Getreide nicht verwerten können. Tatsächlich ist die in Getreide enthaltene Stärke für Hunde gut verdaulich, vorausgesetzt, die Körner wurden mechanisch oder thermisch vorbehandelt. Flocken oder gepopptes Getreide können von Hunden sehr gut verwertet werden. Es ist wichtig, die richtige Zubereitung zu wählen (deutlich längeres kochen), um die Nährstoffe optimal zu nutzen.

Fazit

Getreide ist ein wertvolles Futtermittel, das in der Tierernährung nicht verteufelt werden sollte. Die Mythen über Getreide basieren oft auf Halbwahrheiten und Missverständnissen. Eine ausgewogene Ernährung, die auch Getreide umfasst, kann für Hunde gesund sein, solange die Qualität des Futters stimmt.

Bei Fragen melden Sie sich gerne bei mir.

Britta Wielpütz

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